190 Jahre Klavierbau−Geschichte der Familie Steingraeber



1800 Geburtsjahr von Gottlieb Steingraeber
1801 Geburtsjahr von Christian Steingraeber († 1873)
um 1820 Gottlieb Steingraeber gründet seine Klavier−Werkstatt in Arnshauck, Neustadt/Orla Christian Steingraeber arbeitet als Orgelbauer mit eigener Werkstatt in Rudolstadt, Thüringen
20.08.1823 Eduard Steingraeber, Sohn von Christian, wird geboren. Er geht in den 30er Jahren in der Klavierwerkstatt seines Onkels Gottlieb in die Lehre (zusammen mit seinen Brüdern Karl [später Vorarbeiter bei Steinway New York] und Bernhard [später Klavierfabrikant in Bamberg]).
25.01.1830 Theodor Steingraeber, Sohn von Gottlieb Steingraeber wird geboren − später gründet er den Steingräber Verlag Leipzig
1846 Eduard Steingraeber arbeitet in der berühmten Klavierbauwerkstatt von Nannette Streicher in Wien und kommt erstmals in Kontakt mit Franz Liszt und wird dessen Konzertbetreuer.
17.03.1852 Meisterprüfung von Eduard Steingraeber
17.08.1852 Gründung der Pianofortefabrik Steingraeber in Bayreuth, im März 1853 wird die "Concessionsurkunde" nachgereicht.
1.01.1858 George Steingraeber wird geboren († 1932 als Cembalobauer in Berlin).
21.10.1866 Burkhard Steingraeber wird geboren († 1945 in Creußen bei Bayreuth).
19. Jahrhundert Entwicklung zur größten Bayerischen Klavierfabrik, verschiedenen Ernennungen zu Hoflieferanten z.B. "Königlich Bayerische … "

Prämierung zu Welt− Landesausstellungen: Paris 1867, Hamburg 1869, Eger 1871 u. 1881, Wien 1873, Nürnberg 1882 u. 1896

1868 die "Gustav Damm Klavierschule" erscheint erstmals in Leipzig und wird hunderte von Auflagen bis ins 20.Jhdt. hinein erleben (auch Englische, Französische und Russische); Gustav Damm ist das Pseudonym des Verlegers Theodor Steingraeber
05.07.1875 erster Auftrag von Richard Wagner persönlich, ein Klavier zu liefern
1876 Gründung der Bayreuther Festspiele, Steingraeber wird zum Lieferanten der Festspiele und der Familie Wagner−Festspielhaus Bühnenklaviere sind seitdem bis heute Steingraeber−Pianos
08.08.1881 Richard Wagner erteilt Ed.Steingraeber den Auftrag zum Bau des "Gralsglockenklavieres" für die vier Glockentöne im Parsifal −mit Unterbrechungen bis 1974 eingesetzt. (Aufnahme: «Parsifal», Wiener Philharmoniker, Sir G. Solti, Decca 1973)
Juli 1886 Steingraeber liefert einen Flügel 200 No. 4328 an Franz Liszt − es sollte sein letzter Steingraeber sein (der Flügel wird noch heute als Nachfolgemodell C−212 gebaut) …
Herbst 1886 Bei Steingraeber wird gestreikt: für den 10 Stunden Tag!
01.01.1892 Die Söhne von Ed. Steingraeber, George und Burkhard, treten in die Firma ein.
1893 Erfindung einer neuartigen Pedalfunktion zum piano−Spiel bei Flügels für Engelbert Humperdinck (es wird die "Steighöhe" der Hämmer verkürzt − ohne Verschiebung / noch heute wird dieses "half−blow−Pedal" angeboten).
07.05.1896 der erste "Concertflügel 265" ist fertig, nimmt an der "Landesgewerbe Ausstellung Bayern" teil und erhält die Goldmedaille − der heutige E−272 wurde aus dieser Konstruktion entwickelt.
21.10.1898 Lilly Steingraeber, Tochter von Käthe und Burkhard Steingraeber wird geboren − Sie wird später Klaviermöbel entwerfen und mit Ihrem Ehemann Heinrich Herrmann die Firmenleitung von ihrem Vater übernehmen
1898 Das neue Fabrikgebäude in der Dammallee, Bayreuth wird bezogen
1900, Juli Opus Nr. 10 000 wird fertig gestellt und die USA geliefert, ein mit Meissner Porzellan reich dekorierter Salonflügel 200
01.12.1901 Erste Kaiserliche Patenturkunde für B. Steingraeber: "Flügelmechanik mit neuartiger Repetitionsfeder"
14.12.1906 Eduard stirbt 83−jährig als hoch geehrter "Königlich Bayerischer Kommerzienrat und Hofpianofortefabrikant".
1907 George Steingraeber geht als Cembalobauer nach Berlin, er gilt als einer von dessen "Wiederentdeckern" − eines seiner Konzertcembali steht im MIM, Philharmonie Berlin. Seine wertvolle Sammlung schenkte er verschiedenen Museen (Deutsches Museum und Stadtmuseum München, Württembergisches Staatsmuseum etc); er stirbt in Berlin 1932. Steingraeber & Söhne wird als Familienunternehmen weitergeführt. Zunächst durch von Burkhard Steingraeber, dann durch dessen Tochter Lilly Steingraeber und deren Ehemann Dr. Heinrich Herrmann (er promoviert 1928 über "Die Regensburger Klavierbauer Späth und Schmahl und ihr Tangentenflügel")
06.11.1911 Heinrich Schmidt wird geboren − er ist der Neffe von Lilly Steingraeber und Heinrich Herrmann; er wird mit 8 Jahren Waise und wächst in der Familie Steingraeber−Herrmann auf.
1919 Opus Nr. 20.000 wird fertig gestellt, ein Konzertklavier Modell VI
1920 Dr. Heinrich Herrmann übernimmt von seinem Schwiegervater Burkhard Steingraeber die Firmenleitung († 1932)
1932 Der Neffe von Heinrich Herrmann, Heinrich Schmidt, tritt in die Firma ein − ab Kriegsende bis 1980 ist er verantwortlich: bis 1962 als Prokurist für die Familie
1944/45 Gegen Kriegsende wird Steingraeber mit einem "K−Auftrag" verpflichtet: aus Klavierholz werden Munitionskisten.
1948/49 Die Produktion sinkt in den Jahren bis 1948 auf 3 − 8 Stück jährlich! H. Schmidt sichert das Überleben durch die Fertigung von Radiogehäusen für die Firma Grundig in Fürth
1951 Heinrich Schmidt und Magdalene Thiem heiraten; als Mitinhaberin organisiert Magdalene Schmidt das "Künstlerhaus Steingraeber" entscheidend mit. Aus der Ehe gehen die Kinder Ellen und Udo hervor.
1960 − 1962 Heinrich Schmidt läßt die Manufaktur in der Dammallee komplett neu einrichten
1966 Opus Nr. 30 000 wird fertigt, ein Kleinklavier Modell 107
1972 Heinrich und Magdalene Schmidt werden Alleingesellschafter der Famiien KG − Wiederbeginn der kontinuierlichen Flügelfertigung, die seit 1940 unterbrochen war
1980 deren Sohn Udo Schmidt−Steingraeber übernimmt die Leitung nach dem Tod seines Vaters; den Klavierbau erlernte er im Familienunternehmen, in München studierte er Jura und Theaterwissenschaften. Steingraeber wird als Familien−KG fortgeführt.
ab 1981 Eine neue ungewöhnliche Modellgeneration wird geplant und Zug um Zug im Verlauf von 20 Jahren umgesetzt: alle Neukonstruktionen beziehen sich auf Modellen von Eduard und George Steingraeber – "… zur Interpretation von Bach, Mozart und Beethoven findet man heute schwerlich Besseres …" schreibt man in "Le Monde de la Musique" später über den Sonderweg der Firma Steingraeber – neuen Ideen zu alternativen Spielwerken ergänzen den ansonsten streng klassischen Weg. Zum Steingraeber Konstruktionsteam gehört als einziger Externer von Anfang an der Klavierkonstrukteur Lothar Thomma
1982 Neukonstruktion des Konzertklaviers 130 (cm) bis heute das meistverkaufte Steingraeber Klavier und seit 1988 Sieger aller Klaviertests der Spitzenklasse in Paris
1982 Gründung des Steingraeber Hoftheaters
1983 der Kammerkonzertflügel 205 wird auf der Grundlage des Lisztflügels weiter entwickelt
1984 Erste Messebeteiligung in Asien; Singapore − es folgen ab 1992 regelmäßige Messebeteiligungen in Tokyo und der kontinuierliche Aufbau von Gebietsvertretungen in aller Welt
1985 Neukonstruktion Modell 162 (dann 168 und heute A−170); seit 1995 Sieger aller Klaviertests der Spitzenklasse in Paris
1985 Erste Messebeteiligung in den USA (Summer Namm, New Orleans)− inzwischen gibt es landesweite Vertretungen in USA
1986 Neukonstruktion Konzertklavier 138, ein Konzertklavier in den Dimensionen eines Flügels von 180 cm Länge. Seither Sieger aller Klaviertests der Spitzenklasse in Paris (zusammen mit Modell 130).
24.06.1988 mit Prof. Helmut Bieler gründet Steingraeber die Reihe "Zeit für Neue Musik" − in der Manufaktur arbeiten seither Komponisten und Interpreten, manchmal Bildhauer, an zeitgenössischen Musik− und Kunstprojekten.
1989 Neukonstruktion Studienklavier 122, ein Klavier mit neuartigem Resonanzbodensystem
1993 Cordelia Schmidt−Steingraeber, geb. Prelle und Udo Schmidt−Steingraeber heiraten; aus der Ehe gehen in der 7. Steingraeber Generation Alban (∗1994) und Fanny (∗1997) hervor.
1994 Opus 40 000 wird fertig gestellt, ein Modell 130 Profi Studio
1995 175−Jahr−Feier seit der Gründung in Neustadt/Orla
1999 Innovationspreis für die erste keramikbelegte Klaviatur auf dem Markt
1997 − 2002 Neukonstruktion des Konzertflügels E−272 − Prototyp 1 wird im Oktober 2001 fertig
24.07.2002 Festakt 150 Jahre Steingraeber & Söhne in Bayreuth mit 400 Ehrengästen und einem Festkonzert mit Cyprien Katsaris im Markgräflichen Opernhaus – unter den Gratulanten sind Daniel Barenboim, Alfred Brendel, Kurt Masur und Bundespräsident J. Rau. Zum Jubiläum gibt Steingraeber ein Theaterstück in Auftrag. Der Autor Uwe Hoppe schreibt das Ein−Personen−Theaterstück "Der Walkürenritt – oder man müsste Klavierspielen können" das seither in Deutschland und der Schweiz öfter zur Auufführung kam.
2001−2004 Entwicklung des neuen Konzertflügels Pleyel 280 zusammen mit Alain Roudier aus einer historischen Pleyelkonstruktion für den berühmten Französischen Klavierhersteller
2004 250. Geburtstag des Steingraeber Hauses und vorläufiger Abschluss der Sanierung aller historischer Bereiche im Haupthaus. Das vormalige "Liebhardt’sche Palais" war das letzte Werk des Markgräflichen Hofbaumeisters Joseph Saint−Pierre und dessen Assistenten Carl Philippp Gontard; Innenausstatter und Stuckateur war Baptist Pedrozzi
2006 erster "PHOENIX−Flügel" nach dem Patent des englischen Erfinders Richard Dain
2007 Neukonstruktion Semikonzertflügel D−232
2007 Rating 1A in USA: das Pianobook detailliert das Ranking und beschränkt die oberste Stufe auf nur noch 5 Hersteller (in alphabetischer Reihenfolge: Blüthner, Bösendorfer, Fazioli, Steingraeber & Söhne, Steinway−Hamburg)
2007 Die historische Steingraeber Manufaktur an der Steingraeberpassage wird saniert: es entsteht das Steingraeber Flügelhaus mit drei Auswahlsälen, Künstlerappartement und Kammermusiksaal (einstellbares Klima / Akustik von 0,9 bis 2,1 sec) über der Brasserie. Dieses Konzept eines "Globalen Künstlerhauses" erhält 2008 den Designpreis "Seitensprünge"
2008 Weltneuheit Kohlefaser−Resonanzboden
2008 Weltneuheit SFM−Mechanik (Steingraeber Ferro Magnet Mechanik die auf einer Idee von Dietrich H. Dotzek beruht und vom Steingraeber Betriebsleiter Wolfgang Schäffler zusammen mit dem Mechanikhersteller Renner entwickelt wurde).
2008 Zwei Bayerische Staatspreise: das neue Energieübertragungssystem "Phoenix" im März und das Blue Tooth gesteuerte Pedal für Rollstuhlfahrer im September. Letzterer wurde Dr. Rupp, Uni Heidelberg verliehen, für eine Aktuator gesteuerte Weiterentwicklung des Steingraeber− Magnetpedals aus den 1980er Jahren (DGBM 30074.8)
2009 Neukonstruktion Kammerkonzertflügel C−212
2009 Weitere Erneuerungen in der Steingraeber Manufaktur mit der Perfektionierung der Umweltfreundlichkeit (Photovoltaik, umweltneutrale Filtersysteme)
2009 Die "Alte Fabrik" in der Steingraeberpassage 1 wird zum Flügelhaus umgebaut, mit drei Auswahlsälen incl. dem neuen Kammermusiksaal mit einstellbarere Akustik und Herstellung jedes denkbaren Klimas
2009 Erneuerungen in den Produktionshallen für die Tischlerei, um die Kapazität auf bis zu 90 Flügel und 70 Klaviere zu erweitern.
2010 Beginn der Arbeiten für die Konstruktion eines Salonflügels 6′3″, B−192
2011 Feier des Liszt−Jahres 2011; Liszts letztes Klavier war ein Steingraeber 200
2011 bedeutende Lieferadressen für neue E−272 Konzertflügel sind das Teatre Sucre in Quito, der Getty Saal in San Francisco und der neue Konzertsaal der Musikhochschule Karlsruhe
2012 Erstmalige lückenlose Präsentation der gesamten neuen Steingraebebr & Söhne Klavierpalette auf der Musikmesse Frankfurt mit den Flügeln A−170, B−192, C−212, D−232, E−272 und den Pianos 122, 130, 138 zusammen mit einer neuen C−212−Mechanik und einem klassischen Flügel mit klimaresistenten Kohlefaserresonanzboden.

Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne
Steingraeberpassage 1 und Friedrichstrasse 2
95444 Bayreuth, Telefon + 49 0921/64 0 49, Fax: + 49 0921/5 82 72
www.steingraeber.de

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